|
teletutoren.net: Seit
wann bildet die tele-akademie Teletutoren aus und inwiefern hat
sich das Curriculum im Laufe der Zeit verändert?
Karen Markowski: Wir bieten bereits seit 1997
betreute internetbasierte Kurse an. Dabei haben wir schnell bemerkt,
worauf es bei der Betreuung von Online-Lernenden ankommt. Basierend
auf diesen Erfahrungen haben wir 1999 Inhalte zum Thema "Tele-Tutor-Praxis"
entwickelt und in den Kurs "Experte/Expertin für neue
Lerntechnologien" integriert. Im Frühjahr 2000 haben wir
dann unsere erste reine Teletutoren-Qualifizierung angeboten.
Innerhalb dieser knapp 6 Jahre hat sich einiges verändert.
Damals standen noch stark die Kommunikationswerkzeuge und technische
Aspekte der Lernerunterstützung im Mittelpunkt, jetzt sind
es eher methodische und didaktische Fragestellungen. Der Kurs ist
mittlerweile ganz handlungsorientiert aufgebaut, das heisst, dass
sich die Teilnehmer ausschließlich anhand konkreter Situationen
aus der Praxis mit den Inhalten auseinandersetzen.
teletutoren.net: Welche
Qualifikationen und Kenntnisse benötigt ein Teletutor heutzutage
um "up-to-date" zu sein?
Karen Markowski: Er/sie sollte mit den Kommunikationswerkzeugen
souverän umgehen können und die Eigenheiten der Online-Kommunikation
kennen und berücksichtigen. Ganz wichtig finde ich ein Verständnis
für die Besonderheiten der (Lern-) Situation des Lernenden
bzw. Kursteilnehmers. Hier ist es von großem Vorteil, wenn
der zukünftige Teletutor auch schon mal selbst in die Teilnehmerrolle
"geschlüpft" ist. Natürlich sollte er sowohl
Chat- als auch Forenmoderation beherrschen und verschiedene Rollen
und Aufgaben von Teletutoren kennen und umsetzen können.

Karen
Markowski
Kursmanagerin bei der tele-akademie Furtwangen
Tel.: +49-(0)7723-920 26 76 |
|
teletutoren.net:
Bietet die tele-akademie Aufbau- oder Vertiefungskurse
für Teletutoren, die schon länger in der Praxis tätig
sind?
Karen Markowski: Ja, sicher! Wir bieten so genannte
Aufbaumodule an mit nur 4-5 Wochen Kursdauer. Jede Woche
findet eine Sitzung im virtuellen Klassenzimmer statt. Für
Teletutoren ist speziell das Angebot Live-Online-Konferenzen
interessant, das am 24. April startet. Hier geht es darum, die Werkzeuge
im virtuellen Klassenzimmer kennenzulernen und deren Nutzung einzuüben.
Ausserdem wird vermittelt, wie eine Sitzung interessant und abwechslungsreich
gestaltet werden kann. (Anm. d. Red.: Anmeldeschluss ist am 7. April
2006).
teletutoren.net:
Es wird häufig darüber diskutiert, ob ein Teletutor neben
seiner Tätigkeit als Online-Betreuer und Moderator einer Lerngruppe
auch Fachexperte für das Kursthema sein sollte. Wie ist die
Einstellung der tele-akademie dazu?
Karen Markowski: Die Betreuung von Online-Lernenden
ist in der Regel stark mit der inhaltlichen Betreuung verknüpft.
Daher sollten sich Teletutoren auch immer sehr gut mit den Inhalten
des Kurses auskennen. Für den Fall, dass jedoch ganz spezielle
Fragen gestellt werden, bieten wir einen „Second Level
Support“ für unsere Teletutoren an. Das heisst,
falls ein Teletutor nicht mehr weiter weiss, kann er sich an Fachexperten
wenden - meistens handelt es sich dabei um die Autoren der Lernmaterialien.
teletutoren.net:
Glauben Sie, dass der Bedarf an qualifizierten Teletutoren noch
steigen wird oder ist der Markt bereits "gesättigt?"
Erst jetzt wurde durch die Studie "Corporate Learning 2006"
wieder bestätigt, dass es noch ein großes Aufbaupotential
im Bereich E-Learning gibt. Erst 1/4 der deutschen Unternehmen setzen
E-Learning in der betrieblichen Weiterbildung ein. Immerhin planen
sechs Prozent der Unternehmen, den Einsatz von E-Learning in nächster
Zeit konkret anzugehen und weitere 31 Prozent erwägen den Einsatz.
Das bedeutet, von einer Marktsättigung auch für Teletutoren
kann man eigentlich nicht sprechen.
teletutoren.net:
Frau Markowski, vielen Dank für dieses interessante Interview!
Interviewerin: Gabriela Pflüger
Download des Interviews als PDF |