teletutoren.net - Experteninterview des Monats


Interview im März 2006: "Welche Kenntnisse benötigen Teletutoren heutzutage?"
- Interview mit Karen Markowski, Kursmanagerin bei der tele-akademie Furtwangen -

teletutoren.net: Seit wann bildet die tele-akademie Teletutoren aus und inwiefern hat sich das Curriculum im Laufe der Zeit verändert?

Karen Markowski: Wir bieten bereits seit 1997 betreute internetbasierte Kurse an. Dabei haben wir schnell bemerkt, worauf es bei der Betreuung von Online-Lernenden ankommt. Basierend auf diesen Erfahrungen haben wir 1999 Inhalte zum Thema "Tele-Tutor-Praxis" entwickelt und in den Kurs "Experte/Expertin für neue Lerntechnologien" integriert. Im Frühjahr 2000 haben wir dann unsere erste reine Teletutoren-Qualifizierung angeboten.
Innerhalb dieser knapp 6 Jahre hat sich einiges verändert. Damals standen noch stark die Kommunikationswerkzeuge und technische Aspekte der Lernerunterstützung im Mittelpunkt, jetzt sind es eher methodische und didaktische Fragestellungen. Der Kurs ist mittlerweile ganz handlungsorientiert aufgebaut, das heisst, dass sich die Teilnehmer ausschließlich anhand konkreter Situationen aus der Praxis mit den Inhalten auseinandersetzen.

teletutoren.net: Welche Qualifikationen und Kenntnisse benötigt ein Teletutor heutzutage um "up-to-date" zu sein?

Karen Markowski: Er/sie sollte mit den Kommunikationswerkzeugen souverän umgehen können und die Eigenheiten der Online-Kommunikation kennen und berücksichtigen. Ganz wichtig finde ich ein Verständnis für die Besonderheiten der (Lern-) Situation des Lernenden bzw. Kursteilnehmers. Hier ist es von großem Vorteil, wenn der zukünftige Teletutor auch schon mal selbst in die Teilnehmerrolle "geschlüpft" ist. Natürlich sollte er sowohl Chat- als auch Forenmoderation beherrschen und verschiedene Rollen und Aufgaben von Teletutoren kennen und umsetzen können.


Karen Markowski
Kursmanagerin bei der tele-akademie Furtwangen
Tel.: +49-(0)7723-920 26 76

teletutoren.net: Bietet die tele-akademie Aufbau- oder Vertiefungskurse für Teletutoren, die schon länger in der Praxis tätig sind?

Karen Markowski: Ja, sicher! Wir bieten so genannte Aufbaumodule an mit nur 4-5 Wochen Kursdauer. Jede Woche findet eine Sitzung im virtuellen Klassenzimmer statt. Für Teletutoren ist speziell das Angebot Live-Online-Konferenzen interessant, das am 24. April startet. Hier geht es darum, die Werkzeuge im virtuellen Klassenzimmer kennenzulernen und deren Nutzung einzuüben. Ausserdem wird vermittelt, wie eine Sitzung interessant und abwechslungsreich gestaltet werden kann. (Anm. d. Red.: Anmeldeschluss ist am 7. April 2006).

teletutoren.net: Es wird häufig darüber diskutiert, ob ein Teletutor neben seiner Tätigkeit als Online-Betreuer und Moderator einer Lerngruppe auch Fachexperte für das Kursthema sein sollte. Wie ist die Einstellung der tele-akademie dazu?

Karen Markowski: Die Betreuung von Online-Lernenden ist in der Regel stark mit der inhaltlichen Betreuung verknüpft. Daher sollten sich Teletutoren auch immer sehr gut mit den Inhalten des Kurses auskennen. Für den Fall, dass jedoch ganz spezielle Fragen gestellt werden, bieten wir einen „Second Level Support“ für unsere Teletutoren an. Das heisst, falls ein Teletutor nicht mehr weiter weiss, kann er sich an Fachexperten wenden - meistens handelt es sich dabei um die Autoren der Lernmaterialien.

teletutoren.net: Glauben Sie, dass der Bedarf an qualifizierten Teletutoren noch steigen wird oder ist der Markt bereits "gesättigt?"

Erst jetzt wurde durch die Studie "Corporate Learning 2006" wieder bestätigt, dass es noch ein großes Aufbaupotential im Bereich E-Learning gibt. Erst 1/4 der deutschen Unternehmen setzen E-Learning in der betrieblichen Weiterbildung ein. Immerhin planen sechs Prozent der Unternehmen, den Einsatz von E-Learning in nächster Zeit konkret anzugehen und weitere 31 Prozent erwägen den Einsatz. Das bedeutet, von einer Marktsättigung auch für Teletutoren kann man eigentlich nicht sprechen.

teletutoren.net: Frau Markowski, vielen Dank für dieses interessante Interview!