| teletutoren.net:
Frau Wehling, bitte stellen Sie sich kurz vor.
Dorit Wehling: Seit der Jahrtausendwende
arbeite ich mit am Aufbau der Virtuellen Akademie Brandenburg mit.
Hier bin ich vor allem für die Qualifizierung von Bildungspersonal
zuständig. Das sind Partner- und Netzwerkstrukturen, die wir
in die Realisierung unserer Vorhaben einbinden. Von Beruf bin ich
Dolmetscherin und Übersetzerin. Seit Anfang der 90 Jahre arbeite
ich in der Erwachsenenqualifizierung. Ich wohne in Fürstenberg
an der Havel, nördlich von Berlin und genieße die Überwindung
räumlicher Distanzen auch durch technische Möglichkeiten.
teletutoren.net:
Was genau ist die "Virtuelle Akademie Brandenburg"?
Dorit Wehling: Historisch gesehen
ein Projekt der Arbeitspolitik, finanziert aus Mitteln des ESF und
vom Land Brandenburg. Offiziell eröffnet wurde sie am 28. November
2005. Inzwischen lernt sie laufen und hat ihr Zuhause im Verein
educo Institut für Bildung und Beruf mit Sitz in Potsdam. Die
ViA Brandenburg, und da zitiere ich das Leitbild, qualifiziert vorzugsweise
berufstätige Menschen vor allem in Unternehmen und öffentlichen
Verwaltungen. Für Mitarbeiter und Führungskräfte
schafft sie maßgeschneiderte und individuelle Lösungen
zur betrieblichen und beruflichen Qualifizierung. Das geschieht
durch die professionelle Verbindung von Lernberatung, Training vor
Ort und virtuellem Lernen. Dafür ist die ViA Brandenburg gemeinsam
mit weiteren Fachleuten für ihre Kunden tätig.
Sie finden die Virtuelle Akademie Brandenburg im Internet unter
www.via-bb.de
und personifiziert im ViA-Team und unseren Partnerstrukturen.
teletutoren.net:
Welche Kooperations-partner konnten Sie bislang gewinnen und welche
Aufgaben übernehmen diese?
Dorit Wehling:
Zunächst nenne ich hier das Netzwerk der ViA-Lernberater und
-Fachmentoren. Die ViA-Lernberater werden in einem sechsmonatigen
Blended Learning-Training qualifiziert. Danach übernehmen sie
die Kundenansprache und Produktgestaltung. Das gelingt ihnen aus
der Zusammenführung ihrer eigenen Kompetenzen und Produkte
mit denen der ViA zu einem kundengerechten Lernarrangement. Hinter
den ViA-Lernberatern stehen oft wiederum Bildungsunternehmen, die
ViA-Regionalpartner, die dann auch zum Netzwerk gehören und
ihre Ressourcen einbringen.
ViA-Fachmentoren unterstützen uns bei der Qualifizierung der
ViA-Lernberater. Das sind Experten verschiedenster Gebiete. Aus
Fachmentoren und Lernberatern entstand eine sich ständig weiter
entwickelnde Community.
Ein auch in weiten Teilen Europas geknüpftes Netzwerk von eLearning-Anbietern
ist, wenn Sie so wollen, die Beschaffungsressource für Content.
Dazu haben wir auch eine öffentlich verfügbare Datenbank
im Portal der Virtuellen Akademie Brandenburg, die von den Anbietern
regelmäßig aktualisiert werden soll.

Dorit Wehling, Mitarbeiterin der Virtuellen
Akademie Brandenburg (ViA Brandenburg)
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teletutoren.net:
Wie sieht Ihr didaktisches Konzept und Ihr Betreuungskonzept aus?
Dorit Wehling:
Unser Betreuungskonzept beginnt schon lange vor dem Tutoring. Wir
haben es im Land Brandenburg vor allem mit KMU zu tun, die noch
nicht viel eLearning-Erfahrung haben. Oftmals ist die betriebliche
Qualifizierung als Element von Unternehmenskultur erst einmal auf
den Weg zu bringen. Hier sind also umsichtige Beratung und Begleitung,
ausgehend von den betrieblichen Erfordernissen, die gar nicht immer
unmittelbar Qualifizierung heißen, nötig. Dafür
brauchen wir die Lernberater. Sie sollen zunächst prüfen,
inwieweit die Lösung technischer, betriebswirtschaftlicher,
organisatorischer Anliegen auch durch zielgerichtete Qualifizierung
der Beschäftigten zu erreichen ist. Der Lernberater kennt die
Palette geeigneter, kostengünstiger Wege und Formen dafür.
Kommt es zu einem Qualifizierungsprojekt im Unternehmen, übernimmt
der Lernberater weiterhin die Steuerung des Projektes, bindet dann
rechtzeitig Tutoren, Trainer, Administratoren ein. Das ist übrigens
die nächste Stelle in Sachen Kooperationspartner: hier greifen
wir gerne auf Ihr Teletutoren-Netzwerk zurück.
teletutoren.net:
Welche Technologien setzen Sie ein und welche Erfahrungen haben
Sie im Hinblick auf Ihre Zielgruppe damit gemacht?
Dorit Wehling:
In unserer Systematik landet der Kunde erst einmal in unserem Webportal.
Die Lern- und Kommunikationsprozesse finden bei uns auf einer Moodle-Plattform
statt. Das Design von Portal und Plattform haben wir aufeinander
abgestimmt. Für die Zielgruppe 'junge Mitarbeiter' ist in Sachen
Design noch einiges drin.
Ein wichtiges Element in unseren Lernarrangements ist ViA-Meeting.
So heißt unser virtuelles Klassenzimmer. Wir haben die Erfahrung
gemacht, dass das Lernen und Arbeiten mittels ViA-Meeting viele
Befindlichkeiten und Ängste nimmt und den Einstieg in Formen
virtuellen Lernens ungemein erleichtert. Das liegt ganz einfach
an der Unmittelbarkeit. Alles ist wie im klassischen Workshopraum:
gemeinsames Arbeiten, Zuwendung, Spaß. Lediglich die räumliche
Distanz bleibt. Aber diese überwinden wir mit der Technik und
synchroner Kommunikation.
teletutoren.net:
Wie sind die Reaktionen auf die Virtuelle Akademie bislang?
Dorit Wehling: Wir spüren
großes Interesse und vor allem Zustimmung zu unserem Konzept.
Wir haben sehr ethische Ansprüche für den Umgang miteinander
und in unseren Netzwerken. Das macht die Arbeit nicht immer einfach.
Wir wissen aber auch: besser geht immer und befinden uns somit in
einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess.
teletutoren.net:
Wo sehen Sie die Virtuelle Akademie Brandenburg in fünf Jahren?
Was wird sich geändert haben, was wird bleiben?
Dorit Wehling: Bleiben wird unser
Konzept: Nur mit umsichtiger Beratung und Betreuung kann ich auch
virtuelles Lernen als Teil eines Ganzen verkaufen. Bleiben wird
auch das Verständnis, dass eLearning, nur weil es das gibt,
nicht immer und überall die Lösung ist. Es sind so viele
Faktoren nötig, es zu ermöglichen. Wie eben für das
Lernen und für Veränderung überhaupt. Unsere Netzwerke
werden bleiben und sich bewähren. Was sich ändert? Die
Inhalte, die Themen, zu denen sich Menschen qualifizieren wollen.
teletutoren.net:
Vielen Dank für dieses interessante Interview!
Interviewerin: Gabriela Pflüger
Link: ViA
Brandenburg
Download des Interviews
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