| teletutoren.net:
Herr Reinhardt, Sie sind der Herausgeber des "Trendboten".
Dieser Brancheninformationsdienst liefert nach eigenen Aussagen
"individuelle Beobachtungen, Recherchen und eine Reihe von
Reports zum Aus- und Weiterbildungsmarkt". Bitte schildern
Sie unseren Lesern doch einige Details Ihres Angebots.
Ulrich Reinhardt, Trendbote: Wir
beobachten umfassend und kontinuierlich den Aus- und Weiterbildungsmarkt
nach Neuigkeiten, Tendenzen und Trends. Diese Informationen fassen
wir in monatlichen bzw. wöchentlichen Reports zusammen. Unser
"bestes Pferd" ist z.B. der Report: „Wissen, wo
es Geld gibt“ - für Anbieter von Weiterbildungen immer
eine zentrale Frage - listet alle neuen, veränderten oder auch
aktualisierten Dokumente, Seiten und Dateien aus diesem Bereich.
Sie finden hier News zu Förderprogrammen, Ausschreibungen,
Wettbewerben, Financiers, Stipendien etc. Der Report: „Wissen,
was andere schreiben“ oder auch der „Report Bildung
Europa“ sind ebenfalls sehr beliebt. Für Norddeutschland
haben wir einen Extra-Report: „Weiterbildung Nord“,
der im Schwerpunkt darüber berichtet, was die Wettbewerber,
Financiers und Kunden der Weiterbildungsbranche in den fünf
norddeutschen Bundesländern gerade neu propagieren. Weitere
Reports finden Sie auf unseren Internetseiten [Link]
Wie gesagt, Schwerpunkt ist die Aus- und Weiterbildung im außerschulichen
Segment, also von der klassischen Trainingsmaßnahme bis zum
dualen
Studiengang für Berufstätige. Inzwischen haben wir aber
auch für einzelne
Kunden individuelle Marktbeobachtungen installiert, die z.B. im
Bereich
Behinderte, Coaching oder auch der Kultur beheimatet sind.
teletutoren.net:
Wie gelangen Sie an Ihre Informationen? Lesen Sie den
ganzen Tag Newsletter einschlägiger Websites oder haben Sie
einen
Mitarbeiterstab dafür engagiert?
Ulrich Reinhardt, Trendbote: Informationen
sammeln ist nur die erste Hürde aber eigentlich nicht das große
Problem. Sicher, Sie haben viel zu lesen, wobei es mehr ein zügiges
Scannen und Beurteilen vor ihrem Auge ist. Aber Beobachtungen von
Seiten lassen sich auch automatisieren. Entscheidend ist: Sie müssen
wissen, wo sie genau hinschauen, sonst werden Sie von der Informationsflut
erschlagen. Wir beobachten aktuell ca. 12.000 qualifizierte Seiten
des außerschulischen Bildungsbereichs. Ca. 25% davon werden
von den Produzenten aktiv gepflegt, bieten also kontinuierlich Neues,
trotzdem bleibt der Rest wichtig: schon Morgen kann dort die spannende
Information, das neue Produkt präsentiert werden. Dieser Bestand
unserer Beobachtung erstreckt sich bundesweit (plus Schweiz und
Österreich) und ist über vier Jahre gewachsen. Er basiert
auf meiner rund 25-jährigen Praxis in verschiedenen, häufig
innovativen Bereichen der Weiterbildung. Viel entscheidender als
die Informationssammlung ist jedoch die Bewertung und Einschätzung
der Neuigkeiten. Dazu brauchen Sie detaillierte Branchenkenntnisse,
Einblicke und hohe Affinitäten zu den beobachteten Märkten.
Daher nutzen wir für individuelle Kundenaufträge - z.B.
das Monitoring der Bereiche Coaching, Behinderte und Kultur - die
Branchenkenntnisse von anderen Menschen, die dann als Mitarbeiterinnen
aktiv werden. Unsere Popularität hat inzwischen auch dazu geführt,
dass wir viele "Informanten" in der Branche haben, die
uns direkt und sehr frühzeitig informieren. Im Gegenzug popularisieren
wir dann deren Anliegen - wenn wir es für trendverdächtig
oder zumindest auffallend interessant halten. Meinungsverschiedenheiten
sind da nicht ausgeschlossen.
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teletutoren.net:
Nach welchen Kriterien erkennen Sie einen "Trend"?
Ulrich Reinhardt,
Trendbote: Trends sind neu, tauchen inhaltlich ähnlich
oder vergleichbar noch nicht an verschiedenen Stellen auf, oft unbemerkt
und klein, haben einen neuen, bisher nicht gekannten Kundennutzen
und sind sehr flüchtig. Im Detail melden wir ja keine ausgemachten
Trends, sondern sammeln Meldungen und Hinweise. Der Trend daraus
entsteht in dem beruflichen/betrieblichen Kontext unserer Leser
und Kunden. Dort, und nur dort, kann beurteilt und eingeschätzt
werden, ob aus dieser Meldung ein Trend wird oder ein erfolgloser
Versuch. Gerade die kleinen, frühzeitigen Anzeichen sind schwer
(auch für uns) zu erkennen. Wenn der Trend dann an der großen
Glocke hängt und sie förmlich merken, wie alle drauf aufspringen,
ist es für uns als Branchenbarometer schon zu spät. Unsere
Kunden/Abonnenten erwarten, dass wir frühzeitig die Meldungen
rausfischen, die ihnen noch eine Reaktion auf dem Markt ermöglicht.
Wir suchen Trends, die noch wachsen können.
teletutoren.net:
Wir sind neugierig! Verraten Sie uns einen aktuellen Trend
der Weiterbildungsbranche. ;-)
Ulrich Reinhardt, Trendbote: Jede
Meldung kann für Sie, für ihre betrieblichen Aktivitäten
einen Trend ausmachen. Beispiel: Die ersten Realisierungen dualer
Ausbildungsgänge - also zwei Ausbildungsabschlüsse in
der gleichen Zeit, meistens Kombinationen aus Ausbildung und Studium
- sind schon einige Jahre alt. Wir haben es früh erkannt, jetzt
gibt es immer mehr Angebote. Ersichtlich ist ein erhöhter Kundennutzen.
Oder auch die Internationalisierung beruflicher Ausbildung - häufig
über transnationale Kooperationen realisiert - ist auch schon
Jahre Praxis, aber noch ein Trend mit Wachstumspotential. Alles
weitere finden Sie dann in den Hinweisen, Notizen und Meldungen
unserer Reports.
teletutoren.net:
Und wie schätzen Sie aufgrund Ihrer Erfahrungen die Entwicklung
im Live-E-Learning-Sektor ein?
Ulrich Reinhardt, Trendbote: Ich
kann es im Detail nicht beurteilen - eine Methode allein ist nicht
der Schlüssel zum Erfolg. In den letzten 25 Jahren habe ich
viele Lern- und Lehrmethoden erlebt, die schnell popularisiert und
schon kurz danach wieder durch andere ersetzt wurden. Entscheidend
für den Erfolg ist die Gesamtkonzeption: Ziel, Inhalte, Zielgruppen,
Kundennutzen und Methode müssen zusammen passen. Aber klar
ist auch: jede Methode des Lernens, die neben der Informationsvermittlung
den thematischen Diskurs ermöglicht, also den Austausch von
Meinungen, Sichtweisen und Erfahrungen, wird Erfolg haben.
Informationen sind nicht alles, nur durch die Relevanz und Passgenauigkeit
zur eigenen Praxis werden sie wertvoll. Insoweit ist eine Methode
nur eine Methode und noch kein Erfolgsrezept.
teletutoren.net:
Herr Reinhardt, vielen Dank für dieses interessante
Gespräch!
Interviewerin: Gabriela Pflüger
Link: www.trendbote.de
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